Test: ASUS ROG Crosshair VIII Impact

ASUS ROG Crosshair VIII Impact NewsbildZum Start der AMD AM4 Plattform machte es den Anschein, dass die Hersteller eher vorsichtig für Mainboard-Nachschub sorgten. Spezielle Modelle setzt man eher weniger um. Das galt dann auch wohl für ASUS. Mit dem X570 Chipsatz hat der Hersteller nun etwas nachgeholt und bietet mit dem ASUS ROG Crosshair VIII Impact wieder so ein spezielles Board an. Dies setzt auf den Mini-DTX Formfaktor und bietet eine gehobene Ausstattung inklusive Wasserkühlungs- und Overclocking-Optionen.

 

 

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Wer sich jetzt fragt um was es sich beim Mini-DTX Formfaktor handelt, muss sich nicht schämen. Häufig trifft man diesen nämlich wirklich nicht an. Er ist sozusagen eine Zwischenstufe zwischen Mini-ITX und Micro-ATX. Die Breite ist identisch mit dem ITX Standard, jedoch strecken sich Mini-DTX Boards weiter nach unten, bleiben aber kürzer und schmaler als Micro-ATX Boards. Zuvor war das Impact immer als Mini-ITX Platine ausgeführt worden, da die Plattform dank des X570 jedoch einen Haufen Möglichkeiten bietet, hat der Platz diesmal scheinbar nicht ausgereicht. Zudem konnte man aus dem Brett insgesamt ein regelrechtes Overclocking-Monster machen. Erreicht wurden auf der kleinen Platine ein Chiptakt von 6 GHz mit einem AMD Ryzen 9 3950X sowie ein RAM-Takt von 6 GHz.

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Stellt sich nun die Frage, in welche Gehäuse das Mini-DTX Format passt, kann auch hier Entwarnung gegeben werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass es in Mini-ITX Gehäuse montiert werden kann, wenn diese zwei Erweiterungs-Slots vorweisen. Der Probesitz im Lian Li TU150 zeigt dies noch einmal deutlich. Getestet wurde die Platine allerdings erneut im selben Umfeld wie auch die anderen X570 Mainboards.

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Die Spezifikationen

Wie angesprochen, sorgt der X570 Chipsatz mehr oder weniger dafür, dass ASUS das Crosshair VIII Impact opulent bestücken konnte. Vor allem steht bei diesem Board aber die Leistungsfähigkeit im Vordergrund samt Overclocking-Optionen. Dazu wurde eine kraftvolle Spannungsversorgung montiert, welche passiv und aktiv gekühlt. Zudem sind Wasserkühlungsoptionen mit externem Temp-Sensor, Flow-Sensor und Pumpen-Header vorhanden. Für OC Fehlversuche stehen verschiedene Diagnose-Elemente bereit. Für Datenträger ist mit zweimal M.2 via SO-DIMM.2 gesorgt sowie viermal SATA. Erwähnenswert ist auch der Audio-Ausbau, welcher geschirmt ist und auf einen SupremeFX S1220 sowie ES9023P vertraut. Was es noch so zu entdecken gibt, offenbart der restliche Test, wer es nicht abwarten kann, kann die folgende Tabelle studieren.

 

Das Mainboard im Überblick
Mainboard-Format  Mini-DTX
Bezeichnung  ASUS ROG Crosshair VIII Impact
Sockel  PGA AM4
Preis  ~ 348 EUR
Hersteller-Homepage  
Chipsatz-Eckdaten
Chipsatz  AMD X570 Chipsatz
Speicherbänke und Typ  2x DDR4 bis zu 4800 MHz (OC) - Dual Channel
Arbeitsspeicher (RAM)
 max. 64 GB
SLI / CrossFire  - / -
Phasen  4+2 (4x 2 + 2)
Stromanschlüsse  1x 8-PIN
 1x 24-PIN-ATX
Features-Keyfacts
PCI-Express  1x PCIe 4.0 x16
Serial-ATA und M.2  4x SATA 6G
 2x M.2 PCIe x4 Gen 3.0/ SATA3 - 2242/ 2260/ 2280
RAID  RAID 0, 1, 10
USB  7x USB 3.1 Gen2 (6x I/O-Panel; Typ-C + Typ-A; 1x über Front-Header)
 4x USB 3.1 Gen1 (2x I/O-Panel; 2x über Front-Header)
 2x USB 2.0 (2x über Front-Header)
Grafikschnittstellen  -
LAN  1x Gb LAN (Intel I211-AT)
WLAN  WiFi 6 2x2 (Intel AX200)
Audio  Realtek ALC1220
 ESS Sabre ES9023P
 3x Analog-out (3,5mm Klinke)
 1x Toslink
Fan-Header  4x 4-Pin (PWM/DC)
 1x Temp-Sensor
 1x Durchfluss-Sensor
Beleuchtung  3 Zonen (Rückseite rechter Rand; SO-DIMM.2; Klinke-Buchsen)
 1x 4-Pin; 12V
 2x 3-Pin; 5V
Sonstiges  SO-DIMM.2 (M.2 Erweiterungs-Karte)
 Onboard Power-Switch
 Diagnostik LED Display (backpanel)
 Diagnostik LED
 Bluetooth 5.0
 Backplate
 Bios Flashback Funktion
 Clear CMOS (Backpanel)
 Safe Boot & Retry Buttons
Lieferumfang  Anleitung
 4x SATA3-Kabel
 Teriber DVD
 ROG Sticker
 WiFi-Antennen
 1x RGB-Verlängerungskabel
 1x RGB-Verlängerungskabel (adressierbar)
 ROG SO-DIMM.2

 

Detailansicht / Features

Dass sich das ASUS ROG Crosshair VIII Impact mit den großen Boards messen will, erkennt man eigentlich recht schnell. Dazu muss man es nur in die Hand nehmen. Das Gewicht des Boards ist noch einmal eine Ecke höher als beim auch schon schweren ASRock X570 Phantom Gaming-ITX/TB3. Verantwortlich sind beim ASUS Board dafür zwei Dinge: Zum einen der Kühler am linken Rand, welcher zunächst auch als I/O-Blende identifiziert werden könnte, und zum anderen die Backplate, die sich über die gesamte Rückseite der Platine erstreckt.

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Aufgrund des geringen Platzes musste auch ASUS sich etwas besonderes einfallen lassen, um alle Komponenten fachgerecht zu kühlen. Da das Impact auch für das Overclocking herhalten soll, zudem mit besonderem Fokus. Um sich also das Schauspiel des Kühler-Konzepts anschauen zu können, muss zunächst die Backplate demontiert werden. Dabei kommt zum Vorschein, dass diese über eine Heatpipe verfügt. Den Grund dafür erfährt man einen Absatz weiter. Ist die Alu-Platte losgelöst, kann man die restlichen Schrauben entfernen und vorsichtig den Kühler entfernen. Wer das nachmachen will, dem sei zu Vorsicht geraten, da hier zwei Stecker bzw. filigrane Kabel entfernt werden müssen. Der Kühler selbst setzt sich dann aus zwei bzw. drei Elementen zusammen. Auf den MOSFETs und Spulen liegt ein Alu-Guss-Kühler auf, welcher zugleich auch das Cover der I/O-Terminals bildet. An diesen sind im Inneren zwei Finnen-Pakete angebracht, welche die Oberfläche deutlich erhöhen. Auf den beiden Elementen sitzt zudem jeweils ein 30mm Lüfter, daher auch die Kabel. Frischluft wird auf der Oberseite angesaugt, während die Abwärme zum einen durch die beiden Öffnungen in den Innenraum gelangen kann, zum anderen aber auch zur Rückseite durch das I/O-Schild.

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Wozu ASUS diesen Aufwand betreibt, sieht man beim Blick auf die Platine. Nicht nur die Spannungswandler befinden sich hier, sondern auch der X570-Chipsatz. Die eher ungewöhnliche Position hat seinen guten Grund, denn im unteren Bereich des Boards wird jeder Millimeter für Anschlüsse benötigt. Aber auch die Riege an Wandlern ist nicht zu verachten. Insgesamt findet man hier acht Infinion TDA21472 MOSFETs, welche jeweils einen Strom von 70 A liefern können. Angetrieben werden sie vom ASP1405I (umgelabelter IR35201), welcher hier im 4+2 Modus arbeitet. Es werden also immer zwei Wandler pro Phase angesprochen, ohne dass dabei ein Doppler zum Einsatz kommt. Wer nun die SoC Phasen vermisst, hat gut aufgepasst. Diese verbergen sich auf der Rückseite der Platine. Dies ist auch der Grund für die Heatpipe. Sie führt deren Wärme in Richtung der anderen Spannungswandler, verteilt sie aber auch insgesamt über die Backplate. Auch hier kommen zwei TDA21472 zum Einsatz, sodass insgesamt eine sehr massive Versorgung geboten wird. Versorgt wird die Sektion über eine EPS-Buchse, welcher als Procool II ausgelegt ist, also über einen Metall-Schild verfügt.

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Bei den "normalen" Mini-ITX Mainboards, wie bspw. dem ASUS ROG Strix B350-I Gaming, hat der Hersteller bereits eine etwas ungewöhnliche Methode gefunden, um zwei M.2 Steckplätze unterzubringen. Beim Impact wird allerdings kein Datenträger über die Audio-Sektion gestapelt oder auf der Rückseite angebracht. Ähnlich wie mit dem DIMM.2 (z. B. ASUS ROG Maximus XI Gene), wird über eine Zusatzkarte Platz geschaffen. Aufgrund des geringen Platzes wird jedoch der SO-DIMM zweckentfremdet, sodass der Adapter folglich SO-DIMM.2 genannt wird. Dieser nimmt zwei Laufwerke mit 42, 60 oder 80mm Länge auf und stellt jeweils einen Heatspreader bereit. Zudem wird der Adapter genutzt um zwei weitere Lüfter-Anschlüsse anzubieten sowie einen digitalen RGB-Header (3-Pin, 5V). Fünf adressierbare RGB-Dioden illuminieren an Front zudem einen Schriftzug. Eingesetzt werden können hier NVMe- und SATA-SSDs, wobei man beim Kauf drauf achten sollte, dass kein Kühler verbaut ist oder sich dieser entfernen lässt. Wie die Viper VPN100 zeigt, geht es an der Unterseite sehr eng zu. Setzt man sie auf der Oberseite ein, kommt man nicht in den Genuss des Schriftzuges. Mit der Corsair MP600 hat man dieses Problem bspw. nicht.

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Auch beim Audio-Ausbau bedient sich ASUS bei einer anderen Schnittstelle, um eine zweite Ebene nutzen zu können. Das erinnert wieder ein wenig an die Mini-ITX Boards des Herstellers, nur, dass die Anschlüsse nicht mit auf der Zusatz-Platine verbaut sind. Die "Soundkarte" im M.2 Format sitzt nämlich unter dem PCIE x16 Slot, also außerhalb des Backpanelbereichs. Bestückt ist sie mit dem SupremeFX S1220 Codec aka ALC1220 sowie einem ESS Sabre ES9023P DAC. Beides ist bei der ASUS X570 Crosshair-Serie immer anzutreffen. Den subjektiven Test mit dem beyerdynamic MMX300 Gen2 konnte das Gespann gut absolvieren. Etwas umständlich ist, dass der Front-Audio-Header an der Unterseite platziert ist, welchen man nur sehr schwer erreicht solange die Karte verbaut ist.

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Schaut man sich das Backpanel an, so erblickt man zwar auch nur drei Klinken-Buchsen, allerdings im Gegensatz zu den Mini-ITX Geschwistern zusätzlich einen Toslink-Ausgang. Zudem hat der Hersteller die 2-Digit-Diagnose-Anzeige (Q-Digit) ausgelagert. Dazu gesellen sich ein Reset-, CMOS-Clear- und Bios-Flashback-Taster. Zudem findet man insgesamt sechs USB 3.2 Gen2 Anschlüsse von denen einer als Typ-C umgesetzt ist sowie zweimal USB 3.2 Gen1. Einen Grafikausgang gibt es nicht. Wer diese Platine mit einer APU langweilen will, hat das Konzept hinter dem Impact auch nicht verstanden.

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