Roundup: 6x CPU-Kühler für AMDs Threadripper im Test

 

Corsair H115i

Der Loop überzeugt optisch eher mit Understatement. Die Farbe Schwarz ist sehr dominant und wird nur durch zwei Silberne Kunststoff-Applikationen aufgelockert. Eine davon befindet sich jeweils an den Seiten des Radiators. Die Zierleiste befindet sich dort wie eine Art Inlay in einer passenden Bucht. Auch wenn der Radiator im Gehäuse verschwindet, finden wir es nett, dass Corsair auch hier einen optischen Tupfer setzt. Hierdurch wirken die Wärmetauscher auch nicht so billig, wie es bei anderen AiOs der Fall ist. Die Anschlüsse der Schläuche sind gerade ausgeführt und sind nicht modular.

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Eine Nachfüllöffnung ist nicht vorhanden. Der Hersteller scheint also darauf zu vertrauen, dass während der fünf jährigen Garantiezeit keine Flüssigkeit durch Verdunstung verschwindet oder ein Wechsel der selbigen von Nöten wäre. Die Schläuche sind durch ein sehr engmaschiges Sleeve versehen. Auch wenn der Einsatz von Stoff hier Flexibilität suggeriert, sind die Schläuche eher steif und störrisch zu verlegen. Enge Radien sind damit nicht möglich. In Verbindung mit einer Schlauchlänge von ~37cm, könnte sich in kleinen Gehäusen damit das eine oder andere Problem ergeben. Wir nehmen an, dass die strapazierfähigen Schläuchen einer Absicherung vor Schäden und Knicken geschuldet sind.

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Die Anbringung an der Kühler-Pumpen-Einheit spielt hier auch eine entscheidende Rolle. Denn während bei manchen Konkurrenzprodukten die Schläuche in drehbaren Anschlüssen münden, treffen sie hier geradlinig und fest auf den Kühler. Hinderlich ist dies nicht nur bei der Montage generell, sondern vor allem dann, wenn man den Kühler auf dem Sockel gemäß des Schriftzugs orientieren möchte. Wir konnten feststellen, dass für einen waagerechten Schriftzug eine Anbringung des Radiators im Deckel mit den Anschlüssen nach hinten gerichtet die optimalste Lösung ist. Die eigentlich runde Bauform wird von einem achteckigen Kunststoffgehäuse verborgen, welche auf dem Top eine weitere silberne Applikation vorweist. Hier ist auch die RGB-Beleuchtung untergebracht. Per Corsair Link lässt sich der Schriftzug und der Spalt darüber und darunter in verschiedenen Farben zum Leichten bringen.

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Schaut man sich den Kühler von unten genauer an, so sieht man, dass das Gehäuse mit Schaumstoff gefüllt wurde. Wir nehmen an, dass dies etwaige Vibrationen auf das Gehäuse dämpfen soll. Das verwendete Material des Gehäuses wirkt etwas billig. Auch wird hier offensichtlich, warum dem Lieferumfang keine Wärmeleitpaste beiliegt. Denn diese ist bei beiden Wasserkühlungen bereits aufgetragen. Wir haben diese natürlich zwecks der Vergleichbarkeit entfernt und im Test durch die Arctic MX-4 ersetzt, auch, weil dioe angebrachte Flächedeutlich zu klein ist und wir den gesamten Boden ausnutzen wollten. Unter der Paste erwartet einem ein leicht geschliffener Kupferboden. Wir hätten uns an dieser Stelle eine Vernickelung gewünscht. Nicht wegen der Optik, sondern weil man dann einerseits auch Flüssigmetall Wärmeleitpaste verwenden könnte und vor allem, weil damit chemisch Prozesse zwischen dem Aluminium-Radiator und dem Kupfer-Boden vermieden werden könnten.

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Lieferumfang / Technische Daten

Der Lieferumfang der Corsair H115i beinhaltet zwei Montagesätze für AMD und Intel Systeme. Diese Bestehen einerseits aus dem Montage-Ring und der Backplate sowie den zugeörigen Schrauben bzw. Rändelmuttern. Ansonsten sind noch die Schrauben samt Scheiben zur Befestigung des Radiators sowie Schrauben zur Befestigung der Lüfter enthalten. Natürlich sind auch zwei Lüfter vorhanden. Für den Corsair Link liegt auch ein USB Kabel bei zur internen Verbindung mit dem Mainboard. Das zusätzliche Retentionskit für Threadripper liegt verborgen in der Box des Prozessors.

 

Corsair H115i
Kühler-Typ All-In-One Wasserkühlung
Anschlüsse fest angebracht
Pumpe 12V
Sockel Intel: 1150, 1155, 1156, 2011, 2011-3, 2066
AMD: FM1, FM2(+), AM2(+) AM3(+), AM4, TR4, SP3
Material
Kupfer (Bodenplatte), Aluminium (Radiator)
Lüfter - 2x Corsair SP140 140mm Lüfter
- Lautstärke ~ 40 dB(A)
- Luftdurchsatz: 177,8m³/h

Schläuche Länge: 37cm
Garantie  5 Jahre
Homepage  www.corsair.de
Straßenpreis  ~125€

 

 

Montage des Kühlers

Die Montage ist denkbar einfach und fällt vergleichbar leicht und wenig umfangreich wie beim Noctua NH-U9 TR4-SP3 aus. Die Vorbereitung besteht darin, dass man das Retentionskit auf die Pumpeneinheit aufsteckt und dann ein wenig zur Siet dreht. Das war es schon. Danach bestreicht man am besten den Kühlerboden mit Wärmeleitpaste und kann den Kühler bereits auflegen. Dann braucht man nur noch die vier Schrauben mit einem Schraubendreher festziehen. Wie immer über Kreuz.

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Wie auch bei der Silent Loop ist in alle Richtungen viel Platz vorhanden. Jedoch sind die Schläuche hier so steif, dass wir wieder auf unser bewähretes System mit der Montage am Benchtable ausgewichen sind. Umständlicherweise mussten wir auch wieder das USB Kabel für den Corsair Link verlegen, da wir die Pumpe immer im Performance Modus betreiben wollten. Die Lüfter haben wir hingegen wieder per Lüftersteuerung kontrolliert und nicht per AiO.

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Fazit

Für uns ist die Corsair H115i eine der größten Überraschungen in diesem Test. Denn im regulären Kühlertest-System schnitt sie zwar gut ab, jedoch hätten wir auf Grund der klein wirkenden Bodenplatte nicht damit gerechnet, dass sie auf dem Threadripper auch gut performen würde. Sie wird zwar in der Regel durch den Noctua NH-U14S TR4-SP3 geschlagen, hat aber auch mehr als genug Reserven für die CPU. Auch im Sommer sollte es mit dieser Wasserkühlung keine Probleme geben dürfen. Nicht zu vergessen ist, dass das Montage-Kit für den Sockel TR4 beim Prozessor selber beiliegt und man es nicht extra bestellen muss. Die Montage an sich fällt wieder gewohnt einfach aus. Ein Vorteil ist auch durch die Freiheit um den Sockel gegeben. Arbeitsspeicher und Grafikkarte machen in keinem Fall Probleme. Als Repräsentant für die anderen Asetek Kühlungen macht tut sich die H115i optisch noch ein wenig hervor. Denn durch Sleeve an den Schläuchen, silbernen Kunstofflementen und der Beleuchtung bietet sie gleich drei Alleinstellungsmerkmale. Die Lüfter sind Lautstärketechnisch nicht besonders gut, jedoch erfüllen sie ihre Aufgabe sehr gut. Alles in allem kann man die Corsair H115i durchaus für den Sockel TR4 empfehlen.

 

Corsair H115i
 Bezwingt Threadripper zufriedenstellend trotz der nicht kompletten Abdeckung - 04.01.2018
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Pro Contra  Corsair H115i

+ gute Kühleigenschaft
+ Reserven mit hoher Drehzahl
+ theoretisch leise Betreibbar
+ sehr einfache Montage
+ hohe Kompatibilität bzgl.
   Sockel und Hardware
+ schicke Optik

- starre Schläuche
- laute Lüfter
- keine zusätzliche WLP




 

Die Corsair H115i AiO Wasserkühlung konnte bereits bei den gezeigten Drehzahlen sehr gut abschneiden. Nicht zu vergessen ist aber, dass die Lüfter auch Spiel nach oben haben, im Gegensatz zu den Noctua Derivaten. Daher vermuten wir hier auch noch etwas mehr Spielraum, welcher aber dann mit viel Lautstärke erkauft wird. 

 


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