Test: WD Black² Dual Drive

 

Technischer Hintergrund - Vergleich SSDH & Dual Drive

Die Verheiratung von SSD und HDD wurde von verschiedenen Herstellern der Festplattenindustrie auf unterschiedliche Art und Weise vorgenommen. Grundsätzlich gibt es derzeit zwei Ansätze, die miteinander konkurrieren und sowohl Stärken als auch Schwächen besitzen. Nachstehende Grafik verdeutlicht schematisch die Funktionsweise beider Technologien.

grafik-dual-drive-sshd

Die Grundidee ist immer dieselbe: Es geht darum wichtige und häufig genutzte Daten (hot data) zu priorisieren, indem man diesen hierfür den schnelleren NAND-Flash oder die SSD zur Verfügung stellt, damit diese bei Bedarf sehr schnell wieder abgerufen werden können.

 

Kurz erklärt: Dual Drive Lösung (auf Basis von FCM)

Zwei physikalisch voneinander getrennte Geräte (HDD und SSD) werden jeweils an den SATA-Controller angeschlossen. Für die Funktion dieser Lösung kommen speziell von Intel entwickelte Controller und Treiber zum Einsatz, die unter der Bezeichnung Smart-Response-Technik (SRT) zusammengefasst werden. Diese Technik bildet ein RAID zwischen beiden Speichergeräten und stellt somit die Grundlage für den Datenaustausch zur Verfügung. Die Priorisierung der Daten wird zur Laufzeit durch (a) die Host-Software, (b) die Gerätetreiber oder (c) die Host-Software und Gerätetreiber übernommen. Dieser Ansatz wird derzeit von Apple mit seinem neuen Apple Fusion Drive sowie diversen Notebook-Hersteller verfolgt. Western Digital hat es bei der WD Black² erstmals geschafft, das Laufwerk ohne Host-Software endkundenfähig zu machen.

 

Kurz erklärt: Hybrid Drive Lösung

Ein physikalisches Gerät mit der Abmessung einer herkömmlichen Festplatte von 2,5 Zoll (bis zu 7 mm dünn) oder 3,5 Zoll wird anstelle der HDD oder SSD am selben Steckplatz angeschlossen und in Betrieb genommen. Während des Betriebes übernimmt die Firmware der Festplatte die Priorisierung der Daten und legt sie gegebenenfalls im NAND-Speicher ab. Bei Bedarf wird darauf zurückgegriffen, was eine sehr schnelle Verfügbarkeit dieser Daten zur Folge hat. Seagate nennt sein Verfahren der intelligenten Analyse von Gebrauchsdaten Adaptive Memory. Die Güte des Algorithmus ist ein entscheidendes Merkmal bei der Erkennung priorisierter Daten und trägt direkt zum Erreichen von Leistungssteigerungen bei.

 

Der Vergleich zwischen Dual Drive und Hybrid Drive

Beide Ansätze unterscheiden sich nicht in ihrer Wirkweise. Bei der Umsetzung jedoch werden klare Vor- und Nachteile sichtbar. Eine kurze Gegenüberstellung soll diese Punkte zusammenfassen. Die nachfolgende Tabelle betrifft das Grundprinzip beide Modi:

 

SSHD
Solid State Hybrid Drive
Dual Drive
Flash-Cache-Modul (FCM)
Platzsparender, da nur ein Festplattenschacht nötig ist Es werden zwei Festplattenschächte (HDD + SSD) benötigt
Gesamtkosten geringer, da PCB von HDD nur um einige Bauteile erweitert werden muss Gesamtkosten höher, da zwei eigenständige Speichergeräte angeschafft werden müssen
Gefahr für Datenverlust durch äußere Störeinflüsse gering, da Daten zwischen HDD und NAND-Flash gehäuseintern transportiert werden Gefahr für Datenverlust durch äußere Störeinflüsse hoch, da Daten zwischen HDD und SSD über SATA-Schnittstelle transportiert werden
Unabhängig vom Betriebssystem des Host-Computers, da keine Host-Software notwendig ist Abhängig vom Betriebssystem, da Host-Software bzw. Treiber kompatibel sein müssen
NAND-Flash Speicherkapazität gering und nicht erweiterbar SSD Speicherkapazität je nach Modell variabel und wesentlich größer

 

Der Vergleich zwischen WD Black² und Hybrid Drive

nachfolgend noch einmal das selbe Vergleichsmuster, jedoch jetzt mit den Features der WD Black² ergänzt bzw. angepasst. Man sieht deutlich, dass Western Digital an einigen markanten Stellen das Verfahren verbessern und einige Kritikpunkte abstellen konnte.

SSHD
Solid State Hybrid Drive
Dual Drive (WD Black²)
Flash-Cache-Modul (FCM)
Platzsparend, da nur ein Festplattenschacht nötig ist Platzsparend, da nur ein Festplattenschacht nötig ist
Gesamtkosten geringer, da PCB von HDD nur um einige Bauteile erweitert werden muss Gesamtkosten höher, da zwei eigenständige Speichergeräte im Gehäuse verbaut sind
Gefahr für Datenverlust durch äußere Störeinflüsse gering, da Daten zwischen HDD und NAND-Flash gehäuseintern transportiert werden Gefahr für Datenverlust durch äußere Störeinflüsse gering, da Daten zwischen HDD und NAND-Flash gehäuseintern transportiert werden
Unabhängig vom Betriebssystem des Host-Computers, da keine Host-Software notwendig ist Unabhängig vom Betriebssystem des Host-Computers, da keine Host-Software notwendig ist
NAND-Flash Speicherkapazität gering und nicht erweiterbar SSD Speicherkapazität je nach Modell variabel und wesentlich größer

 

Wieviel NAND-Flash ist nötig?

Auf die Frage, ob 8 GB NAND-Flash (SSHD) ausreichen oder ob man besser mit einer ganzen SSD als Cache gerüstet ist, gibt es im Falle der Desktop SSHD eine klare Antwort: Die Desktop SSHD ist dafür konzipiert das normale Nutzerverhalten zu unterstützen und dafür genügen 8 GB NAND-Flash in den häufigsten Fällen. Dabei profitieren in erster Linie Vorgänge wie das Booten, Herunterfahren sowie das Versetzen des Computers in den Stand-By Zustand, aber auch das häufige Starten von Anwendungen. Keinen Nutzen dagegen haben alle Arbeiten mit Daten, die eine lange und sequentielle Datenfolge besitzen bzw. durch ihre Dateigröße einen Großteil des NAND-Speichers ausfüllen würden (Video- und Audio-Dateien, ISO-Dateien, Bearbeiten von HD-Videos, CAD-Anwendungen).

 


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