Test: beyerdynamic MMX 300

 

Bedienung, Sitz und Praxis

Dass es beim MMX 300 was auf die Ohren gibt, ist nicht ganz korrekt. Denn es gibt eigentlich ausschließlich was in die Ohren. Der Tragekomfort ist wirklich hervorragend. Die extrem großzügigen runden Polster umschließen die Ohren sanft und sind so weich gepolstert, dass zu keiner Zeit ein Unwohlsein eintritt. Insgesamt lässt sich zwar nicht viel anpassen, aber das braucht es auch gar nicht. Das Gewicht liegt mit 294 g (ohne Kabel) im mittleren Bereich, wirkt sich aber ebenso unauffällig aus, wie beim leichten Lioncast LX30. Im Vegleich zu diesem behalten die Polster ihren Komfort auch über einen längeren Zeitraum. Der Preis macht sich also durchaus bemerkbar.

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Hoch anrechnen muss man dem Hersteller auch, dass man die Polster an den Ohren und auch am Kopfband demontieren kann und sogar Ersatz bekommt. Sollten die Polster also doch mal schlapp machen oder abgenutzt sein, kann man diese selbst revidieren bzw. sich neue im beyerdynamic Online-Shop kaufen. Auch was die Hygene angeht lobenswert.

 

 

Klangcheck

Gaming steht beim beyerdynamic MMX 300 ganz vorne auf der To-Do Liste. Angespielt wurde CS:GO, welches eine gute Ortung voraussetzt, sowie Far Cry 5, was viel Dynamik im Klanggeschehen auffahren kann. Fangen wir mit dem Shooter an. Das Detailreichtum des MMX 300 macht sich hier besonders bemerkbar. Seien es Schritte, Schüsse oder auch nur das Nachladen der Waffe, alle Geräusche werden sehr präzise wiedergegeben. Dabei wird insgesamt eine gute Räumlichkeit erreicht und das ohne virtuell emulierte Klänge. Die Ortung klappt damit eins a. Ist der nötige Skill gegeben, könnte das Headsset den entscheidenen Vorteil zum Sieg bringen.

In AAA Titeln wie Far Cry 5 ist der Sound nicht der entscheidende Faktor, verbessert aber bei entsprechender Wiedergabe den Spielspaß. Und genau das trifft mit dem MMX 300 ein. Dank des breiten Frequenzbereichs, welcher sogar über das Menschliche Gehör hinausgeht, kann theoretisch jedes Signal verarbeitet werden, was die beiden 40mm Neodym-Treiber auch subjektiv machen. Von satten Bässen bei Explosionen bis hin zu feinem Gezwitscher der Vögel, kein Ton geht verloren, wobei aber auch keiner überbetont wird. Natürlich funktioniert auch hier die Ortung super, hinzukommt aber, dass man die ganze Welt mehr in sich aufsaugt. Nach mehreren Minuten Spielzeit versinkt man förmlich und die Spielzeit verfliegt. 

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Auch ein Einsatz an einer Konsole sollte nicht fehlen. Praktischerweise lässt sich das Headset dazu mit den zweiten Kabel direkt am Controller der Sony PS4 anschließen. Alle Funktionen bleiben hierbei behalten, was auch auf den Klang zutrifft. Die Soundkarte des Controllers ist zugegebenermaßen nicht annähernd der Güte des Headsets gereccht, Spiele machen aber auch hier wirklich Spaß. Ob man in Red Dead Redemption 2  durch die Prärie reitet oder sich im alten Ägypten von Assassin's Creed: Origins herumschlägt, das MMX 300 macht auch hier eine sehr gute Figur. Eigentlich wäre hier ein Betrieb über den AVR oder einen DAC vermutlich sinnvoller, jedoch würde man dann die Funktion des Mikrofons verlieren bzw. dessen Einsatz kompliziert machen.

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Musik auf dem MMX 300? Gar kein Problem! (...) Vorausgesetzt, man hat einen vernünftigen Zuspieler. An einem low Budget Codec (z. B. ALC887) des Mainboards kann der Kopfhörer einfach nicht sein volles Potential ausschöpfen. Sind die richtigen Voraussetzungen geschaffen, dann trifft ein sehr ausgewogener, leicht warmer Klang auf die Ohren. Durch das geschlossene Bassreflex-System werden Tiefen zwar etwas betont, aber nicht in der Form, dass es zum Verlust anderer Details kommt. Das interessante daran ist, dass das MMX 300 erstaunlich frei aufspielt, obwohl es auf eine geschlossene Bauweise setzt. Damit macht es dem Sennheiser GSP 550 das Leben schwer. Denn dieses kann in Sachen Dynamik durch die offene Bauweise natürlich voll mithalten. In anderen Punkten hat es dann aber das Nachsehen. Zum einen schrimt das MMX 300 natürlich deutlich besser Außengeräusche ab und zudem, kann man theoretisch auch Klanganpassungen vornehmen.

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In der Summe erhält man mit dem MMX 300 wohl die aktuell beste Kombination aus Kopfhörer mit Mikrofon. Die Abstimmung ist sowohl für das Zocken geeignet und ebenso vollwertig auch für das Musikhören. Bzw. macht es auch beim Videogucken eine sehr gute Figur und ist somit, zumindest klanglich, die eierlegende Wollmilchsau unter den Headsets.

 


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