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THEMA: [Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz

[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 25 Sep 2016 01:05 #1

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Vorwort und Danksagung
Durch eine Bewerbung für einen ausgeschriebenen Leser-Test habe ich die Möglichkeit bekommen das neuste Gehäuse von be quiet! testen zu können.
Für das entgegengebrachte Vertrauen und die Auswahl meiner Bewerbung möchte ich mich herzlich bei be quiet! und Marcel vom HW-Journal bedanken!
Schon seit vielen Jahren lese ich begeistert Reviews und News zu der aktuellen Hardware und möchte mit diesem Review die Möglichkeit nutzen durch ein eigenes Review etwas an die Community zurück zu geben.

Das Dark Base Pro 900 ist das dritte Gehäuse von be quiet! und spielt nicht nur preislich in einer ganz anderen Liga, als die vorherigen Gehäuse. Alte Kritiken wurden be quiet! aufgenommen und sind in die Neuentwicklung mit eingeflossen wodurch die Liste an Features sehr lang geworden ist. Mit seinem Seitenfenster folgt be quiet! dem Trend der Temperglasgehäusen und zielt ganz klar auf den Markt der PC-Enthusiasten.
War die Silent Base Reihe noch in vielerlei Hinsicht in den Ausbaumöglichkeiten beschränkt so scheint es, als ob be quiet! es mit der neuen Dark Base Reihe es direkt allen recht machen möchte. Soviel vorab: die Möglichkeiten erscheinen grenzenlos und sollten fast jede individuelle Vorliebe erfüllen können.


Unboxing und der erste Eindruck vom Dark Base Pro 900
Das Gehäuse wurde direkt in der Originalverpackung verschickt welche ohne große äußerliche Mängel bei mir ankam. Auf der Verpackung werden in deutsch und englisch die „Key Features“ des Gehäuses beworben, welche primär auf die Modularität, Kühlung und Lautstärke eingehen.



Öffnet man die Verpackung sieht man direkt, dass das Gehäuse in zwei großen Styroporblöcken gesichert wird welche dem Karton mehr Stabilität geben und das Gehäuse schützen. Das Gehäuse selber wurde noch in einem großen stoffähnlichen Beutel verpackt und das Gehäuse noch besser vor äußeren Einflüssen behütet.



Aus der Verpackung befreit erstrahlt das Dark Base Pro 900 direkt in vollem Glanz zieht danke des Seitenfensters aus 4mm starkem getönten Temperglas direkt alle Blicke auf sich. Im Gehäuse selber befinden sich weitere Kartons mit Zubehör und den LED-Leisten.









Das mitgelieferte Zubehör besteht aus unterschiedlichen Schrauben für die Montage von Mainboard und Laufwerken, einem Blech für das Anbringen von einer Pumpe, ein Blech für den Einsatz eines dritten Lüfters in der Front, Kabelbindern, einer HDD-Abdeckung Gummischeibe, zwei LED-Leisten und dem Handbuch.




Die Silent Wings 3 im Detail
Das Dark Base Pro 900 wird mit drei der brandneuen Silent Wings 3 Lüftern ausgeliefert. Die Lüfter sind die 140mm PWM Version welche mit bis zu 1000rpm drehen können. Der gummierte Rahmen der Silent Wings 3 hat trichterförmige Lufteinlässe, welche für einen erhöhten Luftdruck sorgen sollen und das bei kaum wahrnehmbarer Laustärke (max 15,5dB(A)). Der 6-polige Motor mit drei Phasen bewirkt eine enorme Laufruhe bei gleichzeitig geringem Stromverbrauch.
Durch die neue Antivibrations-Befestigung der Lüfter wird Übertragung von Vibrationen auf das Gehäuse gering gehalten und ermöglicht endlich auch die problemlose Montage auf einem Radiator. Einzig der offene Rahmen ist noch ein Manko bei dem Betrieb der Lüfter auf einem Radiator.



In einem Hörtest waren die Silent Wings 3 bis zu einer Geschwindigkeit von 700rpm nur in unmittelbarer Nähe leicht wahrnehmbar und können als extrem leise bezeichnet werden. Erst oberhalb von 700rpm nahm die Lautstärke durch den erzeugten Luftstrom deutlich zu, kann aber weiterhin als sehr leise bezeichnet werden.
Angeschlossen an die PWM Steuerung meines Mainboards waren im offenen Aufbau folgende Drehzahlen möglich:

Der Lüfter läuft erst ab einem PWM Signal von 20% an, was in einer Drehzahl von ca. 185rpm resultiert. Von dort an skaliert die Lüfterdrehzahl annähernd linear und man kann ungefähr sagen das jedes Prozent PWM-Signal in 10rpm umgesetzt wird (40% = 400rpm, 90% = 900rpm).



Das Kabel der Silent Wings ist mit 600mm größzügig dimensioniert und scheint 100mm länger zu sein, als die im freien Handel erhältlichen Silent Wings 3. Mit 600mm ist das ordentliche verlegen der Kabel kein Problem und macht in den meisten Fällen ein Verlängerungskabel unnötig. Die Kabel sind in unauffälligem schwarz gehalten aber leider nicht wie im freien Handel gesleevt.



Ein Detail was mir besonders gut gefallen hat sind die mit Gummischeiben unterlegten Lüfterschraubenköpfe. Dadurch ist keine direkte Übertragung von Schwingungen auf das Gehäuse möglich, sondern werden an jedem möglichen Kontaktpunkt durch Gummi (zumindest) reduziert.




Das Dark Base Pro 900
Das Dark Base Pro 900 ist in einem extrem hohen Grad modular und bietet sehr viele Möglichkeiten es an die eigenen Ansprüche anzupassen. Die Modularität ist auf jeden Fall das Alleinstellungsmerkmal des Dark Base 900. Obwohl viele Teile des Gehäuses flexibel umgebaut werden können ist das Gehäuse dank seines Stahlskeletts und der vielen Verschraubungen sehr stabil und verwindungssteif.
Um den Firmennamen gerecht zu werden wurde jede Möglichkeit zur Geräuschsoptimierung genutzt. So wurde viel Dämmmaterial und Gummi verbaut, um das Geräuschprofil des Dark Base Pro 900 ganz klar in den Silent Bereich zu bringen.
Die Schaltzentrale des Gehäuses befindet sich hinter dem Mainboardtray und bietet Anschlussmöglichkeiten für die zwei LED-Leisten, vier PWM-Lüfter und vier normale 3-Pin Lüfter. Gesteuert wird dies über eine Steuereinheit hinter der Fronttür, welche die LEDs und die Lüfter regelt. Die LEDs erlauben folgende feste Einstellungen: LEDs aus / weiß / rot / grün / blau / orange
Die Lüfter werden durch einen Schieberegler gesteuert welcher leider kein haptisches Feedback beim umschalten gibt und erlaubt den Wechsel zwischen PWM- und Spannungskontrolle der Lüfter.



Die Frontanschlüsse bestehen aus einem beleuchteten Powerbutton (weiße im Falle des schwarzen Gehäuses), einem Resetbutton, einer sehr hellen HDD LED (weiße im Falle des schwarzen Gehäuses), zwei USB 3.0 Anschlüssen, zwei USB 2.0 Anschlüssen und je einem Kopfhörer- und Mikrofonanschluss.



Zwei große Filter sind in der Front und dem Boden des Gehäuses verbaut und decken die gängigen Lufteinlässe am Gehäuse ab.

Das Gehäuse besitzt in Summe 7 einschiebbare/entnehmbare Rahmen für 3,5“ HDDs, welche jeweils auch anstelle einer HDD zwei 2,5“ Laufwerke aufnehmen können. Zusätzlich lässt sich ein 2,5“ Laufwerk auf der Rückseite des Mainboardtrays montieren.
Außerdem besitzt das Gehäuse zwei 5,25“ Laufwerksschächte, welche für Komponenten genutzt werden kann die fast bündig mit dem Gehäuse abschließen. Es nämlich nicht möglich z.B. eine Lüfterregelung mit herausstehenden Reglern zu nutzen, da sich sonst die Fronttür nicht mehr schließen lassen würde.



Eine Qi-Ladestation auf der Gehäuseoberseite ermöglicht es Smartphones mit Qi-Ladefähigkeit drahtlos aufzuladen. Leider konnte ich dies mit einem iPhone mangels Qi-Fahigkeit nicht testen.

Bei der Auswahl des Mainboards schränkt einen das Gehäuse nicht ein, da sich alle gängigen Formfaktoren einbauen lassen (E-ATX, XL-ATX, ATX, M-ATX, Mini-ITX)


Modularität

Das Dark Base Pro 900 ist sehr modular aufgebaut und ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität, um sich den Wünschen des Besitzers anpassen zu können. Das Konzept der Modularität zieht sich durch den gesamten Aufbau und wirkt sich auch auf einen großen Teil der Hardware aus.
Die Seitenwände lassen sich tauschen, wodurch mit geringem Aufwand die Temperglaswand auf die rechte Seite und die Metallwand auf die linke Seite wandern kann. Die Metallwand erlaubt sogar das drehen der Lüfterabdeckung, um den Schriftzug wieder korrekt anzeigen zu können.
Auch das gesamte Mainboardtray lässt sich invertiert einbauen. Dabei wird aber die Ausrichtung des Mainboards auf den Kopf gestellt, wodurch der CPU Sockel unten und die PCIe Slots oben sind.
In Kombination mit der vertauschten Temperglasseite lässt sich somit ein invertierter Aufbau realisieren, was dann sehr interessant ist wenn man das Gehäuse links von sich aufbauen möchte. Die gewonnene Freiheit im Gehäusedeckel lässt sich nutzen, um dickere Radiatoren einbauen zu können.
In beiden Einbaurichtungen lässt sich das gesamte Mainboardtray auch noch in zwei Stufen weiter nach unten versetzen. Dafür können auf der Rückseite ein bis zwei Module entnommen und oberhalb des Mainboardtrays wieder eingebaut werden.
Auch das gesamte HDD Tray im Gehäuse lässt umdrehen und erlaubt somit das komplette Innenleben des Gehäuses auf die andere Seite zu bringen.
Das Netzteil darf auch in der Position verändert werden. Das Netzteil wird in einen Rahmen gebaut und kann auf diesem in drei Stufen im Abstand zur Gehäuserückseite versetzt werden. Auch die Orientierung zu den Gehäuseseiten kann verändert werden. Die ist besonders dann relevant, wenn das Mainboardtray in der untersten Position eingebaut wurde und sich nun im unteren Teil unterhalb der Netzteiloberkante befindet.
Auch die Fronttür lässt sich anpassen und erlaubt das Vertauschen der Scharniere, um die Fronttür in die andere Richtung aufschwenken zu lassen.



Die Modularität geht den Kompromiss ein an bestimmten Stellen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zu bieten. So ist es nicht möglich die Lüfter unter dem Deckel seitlich versetzt zum Mainboard einzubauen. Dies ist der notwendigen Symmetrie im Deckel geschuldet, damit sich der Gehäuseinnenraum invertieren lässt.
Auch Befestigungspunkte der Metallseitenwand muss auf beiden Seiten gegeben sein, stört aber etwas die Ästhetik der Glaswand. Besonders auffällig ist dies wenn die verbauten LED-Leisten durch diese Befestigungspunkte leuchtet und der Benutzer somit direkt in die LEDs schaut.
Die Menge an Schrauben in dem Gehäuse ist sehr hoch, denn nur wenn sich Teile des Gehäuses sauber ausbauen lassen, können diese durch den Benutzer versetzt eingebaut werden.

Am Ende hat be quiet! aber alles sehr durchdacht umgesetzt und überrascht an vielen Stellen mit der intelligenten Umsetzung. Dafür ein riesiges Lob an be quiet!, weiter so. :)


Belüftungskonzepte und Gebrauch einer Wasserkühlung im Dark Base Pro 900



Der Einbau von Lüftern ist an vielen Stellen im Gehäuse möglich und berücksichtigt primär 120mm und 140mm große Lüfter, aber auch ein 180mm großer Lüfter könnte unter dem Deckel des Gehäuses verbaut werden. Die Front bedarf dabei eine besonderen Erwähnung da sich hier im Auslieferungszustand nur zwei Lüfter verbauen lassen. Es besteht aber die Möglichkeit das 5,25“ Tray für optische Laufwerke gegen eine Lüfterblende zu tauschen, wenn auf optische Laufwerke verzichtet werden kann und ein dritter Lüfter gewünscht ist. Leider liefert be quiet! keinen zusätzlichen Luftfilter mit, welcher anstelle der 5,25“ Laufwerksblenden gesetzt werden kann. be quiet! hat aber zugesichert jedem Gehäusebesitzer einen solchen Filter kostenlos zu zuschicken.









Auch Wasserkühlungsliebhaber werden mit dem Dark Base Pro 900 glücklich, da entsprechend der vielen Lüfterplätze auch entsprechend große Radiatoren verbaut werden können. Die möglichen Radiatorengrößen hat be quiet! in seinem Handbuch wie folgt aufgelistet:



Anzumerken sei dazu, dass der gleichzeitige Betrieb von zwei 420mm Radiatoren nicht möglich zu sein scheint. Möchte man in der Front einen Radiator verbauen und gleichzeitig aber auch HDDs/SSDs dort nutzen empfiehlt be quiet! die Nutzung eines max. 30mm dicken Radiators. Tatsächlich sind aber knapp 40mm zwischen HDD-Trays und Front verhanden, was aber bei dem Gebrauch der mitgelieferten HDD-Schrauben nicht mehr vollständig nutzbar ist. Verzichtet man auf den Einsatz der HDD-Schrauben auf der der Front zugewandten Seite sind 40mm nutzbar.



Auf den Seiten 44-46 im Handbuch geht be quiet! auf die möglichen Dicken der Radiator/Lüfter-Kombinationen im Deckel ein und berücksichtigt dabei auch die unterschiedlichen Montagen des Mainboards. Im Auslieferungszustand sind nur 40mm frei. Versetzt man das Mainboardtray um ein bis zwei Stufen nach unten sind bis zu 62mm bzw 84mm Platz vorhanden.

Auch an die Montagemöglichkeiten von AGB und Pumpe hat be quiet! gedacht. So lässt sich die Pumpe auf einer mitgelieferten WCS-Halterung montieren, welche wiederum auf einer der Festplattentrays gesetzt und verschraubt wird.
AGBs können an den Schraubpunkten der Festplattentrays fixiert werden.




Das fertigte Build und die verwendete Hardware

Für das Build wurde meine vorhandene Hardware genutzt welche sich wie folgt zusammensetzt:
Intel Core i7 5820k @ 4.5GHz (1.24V)
MSI X99A SLI Plus
Corsair Dominator Platinum 16GB DDR4-3000
EVGA GTX 1080 FE @ 2,1GHz mit Shunt-Mod („offenes“ Powertarget)
Corsair RM850x mit einem schwarzen CableMod Set

Gekühlt wurde das Setup mit einer Wasserkühlung bestehend aus folgenden Komponenten:
6x Noctua NF-F12 classic
EK Predator 360
EK SE 360 slim Radiator
EK-FC1080 GTX – Acetal+Nickel GPU Kühler + Backplate
EK Supremacy MX CPU water block
6x Phobya Shroud 7mm dick
EK-XRES 100 DDC MX 3.2 PWM (incl. pump)



Für meine Kühlung musste ich das Mainboardtray um zwei Stufen nach unten versetzen, damit der EK Predator unter dem Deckel mit seiner Gesamtdicke von 68mm Platz findet. Die vorhanden 80mm Platz habe ich dann auch noch dafür genutzt 7mm dicke Shrouds zu verbauen wodurch 75mm genutzt werden.
In der Front wurde aufgrund der Beschränkung ein Slim-Radiator mit 26mm Dicke verwendet. Da ich während des Einbaus gemerkt habe, dass bis zu 40mm Platz wären (ohne HDDs) habe ich auch hier noch 7mm dicke Shrouds verbaut. Somit nutze ich in der Front 33mm des vorhandenen Platzes bis zu den HDD-Trays.
Das Netzteil musste an die hinterste Position in das Gehäuse hinein versetzt werden, damit das Mainboard-Tray (in meinem Fall) einbaubar ist.

Insgesamt hat mich der Einbau schon sehr gefordert und war nicht „mal ebenso“ an einem Abend erledigt. Die Modularität bietet einfach so viele Möglichkeiten und macht es nötig ständig zu prüfen, ob das gewünschte Ergebnis nicht doch besser zu erreichen wäre wenn man die Modularität des Gehäuses nutzt. Mit dem Ergebnis bin ich aber sehr zufrieden! :D




Eindruck zur Lautstärke und die erzielten Temperaturen der Hardware

Das Dark Base Pro 900 verfolgt das gängige Prinzip: vorne/unten Lufteinlass und oben/hinten Luftauslass. Deutlich wird das durch die verbauten Luftfilter, welche klar vorgeben wo der Lufteinlass sein sollte.
Um möglichst wenig Schallwelle direkt nach außen zu lassen hat be quiet! alle Luftwege indirekt gestaltet. Dadurch werden die im inneren des Gehäuses erzeugten Schallwellen auf dem Weg nach außen an jeder Öffnung gebrochen und blockiert. Einzig die Gehäuserückseite ist hier die Ausnahme und besteht großzügig aus einer Honigwabengitterstruktur.
Unten, vorne und oben wird die Luft durch das Mesh-Gitter am Gehäuse Rand geführt und in den Hohlräumen dahinter umgeleitet. Dadurch wird ein Großteil der Geräusche gefiltert, blockiert aber auch gleichzeitig den Luftstrom. Besonders deutlich wird dies an der Oberseite. Der Widerstand des Gehäusedeckels limitiert die Menge an abgeführter Wärme und rezirkuliert auch noch im schlimmsten Fall die angestaute Wärme im Deckel. Denn durch die große Lüfterkompatibilität im Deckel sind enorm viele Löcher und Schlitze vorhanden, durch die Luft wieder in das Gehäuse gelangen kann. Da die Luft, welche in den Deckel gedrückt wird, den Weg des geringsten Widerstands geht, gelangt zwangsläufig Luft wieder in das Gehäuseinnere. Man kann dem entgegenwirken indem man die offenen Bereiche so gut wie möglich verschließt/abklebt.

Für meinen Lautstärke- und Temperaturtest wurde das gesamte System ausgelastet. Mit dem Stresstest von Intel XTU und gleichzeitig Furmark wird der Worst Case simuliert. Besonders die Abwärme der GTX 1080 mit offenem Powertarget ist enorm und fordert selbst das sehr großzügig ausgelegte Kühlsystem.

Folgende Szenarien wurde erzeugt (25% Pumpengeschwindigkeit):
Geschlossenes Gehäuse
Idle (Windows Desktop) bei 25%
Idle (Windows Desktop) bei 35%
volle Last bei 50% Lüfterdrehzahl
volle Last bei 100% Lüfterdrehzahl
Entfernter Gehäusedeckel
volle Last bei 50% Lüfterdrehzahl
volle Last bei 100% Lüfterdrehzahl

Die Drehzahlen sind dabei wie folgt:
25% = 380rpm
35% = 560rpm
50% = 800rpm
100% = 1475rpm

Gemessen wurde die GPU und CPU Temperatur (nach 15min). Die Lautstärke wurde aus 250mm Höhe über der Qi Ladestation gemessen mit der KW Schall App (3 Messungen und gebildetem Mittelwert).



Da klar ist, dass der Deckel der Abfuhr der Wärme etwas blockiert, habe ich noch Tests gemacht ohne den Deckel. Dabei ist deutlich zu erkennen, welche Temperaturunterschiede durch den Deckel in Kauf genommen werden:



Besonders bei 800rpm ist klar zu sehen, dass der Druck der Lüfter nicht ausreicht um die Wärme im Deckel optimal heraus zu drücken. Ein Unterschied von 11K.

Die Lautstärke war schwierig mit einem Smartphone nachzumessen, da das Setup im Leerlauf einfach zu leise ist.



Obwohl die Messung keinen Unterschied zwischen 380rpm und 560rpm feststellen konnte, ist dies für mich schon deutlich zu unterscheiden. Wo 380rpm nahezu unhörbar sind, können die 560rpm schon dezent wahrgenommen werden.

Hier wäre es schön, wenn be quiet! den Deckel etwas verbessern könnte. Denkbar wären mehr Auslässe an der Oberseite des Deckels.




Ausblick und Verbesserungen
be quiet! hat erkannt das es kleine Fehler im Detail gibt und bietet folgende zwei Bauteile zum Nachsenden an:

Für die Front wird es einen zusätzlichen Lüfterfilter geben, welcher anstelle der 5,25“ Laufwerke eingesetzt werden kann, wenn ein dritter Lüfter in der Front verbaut wurde.

Auch eine neue Netzteilblende für die Rückseite wurde angekündigt. Diese soll den Powerschalter nicht mehr oberhalb des Stromsteckers, sondern daneben besitzen.

Persönlich würde ich mir eine stärkere Fixierung der Fronttür wünschen und auch das Handbuch könnte etwas übersichtlicher gestaltet werden. Wobei ich aber verstehe, dass die Komplexität des Gehäuses ein sehr dickes Handbuch nötig machen würde, wenn be quiet! auf jedes Detail eingegangen wäre.


Fazit und Zusammenfassung

Mit dem Dark Base Pro 900 hat be quiet! vieles richtig gemacht und mischt den Gehäusemarkt gut auf. War die Silent Base Reihe in vielen Bereichen noch zu eingeschränkt, so scheint es als ob be quiet! bei der Dark Base Reihe direkt viele der Kritikpunkte aufgenommen und umgesetzt hat. Diese sind so zahlreich und beeindruckend das man es wirklich merkt, wie viel Arbeit seitens be quiet! In die Entwicklung geflossen sein muss. Dabei ist sich be quiet! aber selber treu geblieben und liefert ein eindeutiges be quiet! Produkt ab, welches dem Firmennamen treu bleibt.
Es ist klar zu erkennen welche „Vorfahren“ die Dark Base Reihe hat, macht aber gleichzeitig deutlich das es noch mehr Premium ist.
Die neuen Silent Wings 3 Lüfter werten das Gesamtpaket enorm auf und ermöglichen einen sehr leisen Betrieb, bei gleichzeitig guter Kühlung. Eine Lüftersteuerung für PWM und das Lüfter-Hub ermöglichen direkt eine individuelle Anpassungen von Lautstärke und Kühlleistung.
Das Gesamtpaket zielt aber ganz klar auf den Silent-Enthusiasten und nicht auf User, welche maximale Kühlung ohne Kompromisse wünschen.
Die Qi Ladestation ist ein innovatives Feature und wird vielen Benutzern ein großer Vorteil sein.

Die gebotenen Features sind zahlreich und sollten viele User direkt ansprechen. Leider befindet sich das Dark Base Pro 900 in einer preislichen Region, die für viele User nicht attraktiv ist.
Die enorme Modularität wird besonders Einsteiger und Anfänger überfordern, wird aber gleichzeitig ein extremer Anreiz für den erfahrenen Nutzer sein.

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal bei be quiet! und Marcel bedanken, welche diesen Leser-Test ermöglicht haben. Für mich war dies eine ganz neue Erfahrung, welche mir aber unglaublich viel Spaß gemacht hat.
Letzte Änderung: 06 Mär 2017 11:03 von Dschijn.
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 25 Sep 2016 01:05 #2

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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 25 Sep 2016 11:45 #3

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Review ist jetzt online! Leider sind ein paar Bilder nicht richtig gedreht. Das werde ich noch nachträglich korrigieren. :blush:

Update: Bilder sind gedreht!

Update2: Größe der Vorschaubilder angepasst.
Letzte Änderung: 25 Sep 2016 17:28 von Dschijn.
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 27 Sep 2016 14:01 #4

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Klasse Review. Der Wakü-Teil gefällt mir besonders gut!
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 27 Sep 2016 22:09 #5

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AlexKL77 schrieb:
Klasse Review. Der Wakü-Teil gefällt mir besonders gut!

Danke! Hatte auch mich auch primär darauf konzentriert, da es keinen anderen Bewerber mit WaKü gab und ich davon viel abdecken wollte ;)
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 28 Sep 2016 00:41 #6

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Schöner Test.
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 29 Sep 2016 22:32 #7

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Kurzer Nachtrag:
Habe im Heck noch einen der Silent Wings 3 eingebaut als ausblasenden Lüfter und konnte die Temperaturen noch einmal um 3-4°C senken (CPU und GPU unter dem Volllasttest). :woohoo:
Durch den Hecklüfter staut sich die Wärme unter dem oberen Radiator viel weniger.
Letzte Änderung: 29 Sep 2016 22:33 von Dschijn.
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 26 Okt 2016 16:49 #8

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Werde bald ein Update schreiben!
Habe mich bei be quiet! bezüglich der Filter und der Netzteilblende gemeldet. Diese werden mir zugeschickt, sobald diese verfügbar sind.



Quelle


be quiet! schickt mir auch für 25€ einen neuen Deckel zu, welchen ich dann versuche zu "modden" für eine bessere Abfuhr der heissen Luft.
Letzte Änderung: 26 Okt 2016 16:52 von Dschijn.
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 26 Okt 2016 22:54 #9

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Da bin ich doch mal gespannt. ;)
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 31 Okt 2016 19:15 #10

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Habe heute mal den Deckel gemoddet. Habe mich dabei auf die "Schallbrecher" vor dem Meshgitter konzentriert und diese entfernt. Dadurch wird die Luft weniger daran gehindert auszuströhmen, bzw. es ist kein hoher Druck mehr notwendig um die Luft an den Schallbrechern vorbei zu drücken.

Die Ausgangslage gestaltet sich dabei wie folgt:




Dabei lag die Wassertemperatur meine WaKü nach 30min BF1 bei ca. 44,5°C:




Im Gegensatz dazu lag die Wassertemperatur ohne Deckel bei ca. 40,5°C (4°C kühler):




Die Schallbrecher bin ich dann mit einem Dremel und weiterm Werkzeug zu Leibe gerückt:




Nach der sauberen Nacharbeit der Stellen und der Montage des Meshgitters sah es dann so aus:






Damit die Luft aber nicht direkt senkrecht gegen den Deckel gedrückt wird habe ich aus Pappe noch einen "Air guide" gebaut, welcher die Luft an die Ränder leitet:




Bleibt abschließend noch zu klären was es gebracht hat! Dabei waren folgende Vergleichswerte gegeben: 44,5°C mit Deckel und 40,5°C ohne Deckel.
Durch den Umbau wurden 41,6°C Wassertemperatur erreicht. Das ist nur 1°C schlechter ohne Deckel und 3°C besser als mit Deckel.




Hat sich der Umabau also gelohnt? Ich würde sagen: Auf jeden Fall! Ob man dafür aber seinen originalen Deckel nimmt oder einen 2. Deckel von be quiet! für 25€ bezieht muss jeder selber wissen.
Letzte Änderung: 31 Okt 2016 21:15 von Dschijn.
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 01 Nov 2016 13:25 #11

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Ich finde das ja mitunter schon beeindruckend, was sich manch einer einfallen lässt und Arbeit macht, um ein paar Grad oder Dezibel zu gewinnen. Hut ab davor! ;)
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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 12 Nov 2016 16:20 #12

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Heute kamen die 5,25" Filter an (als Brief).

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[Leser-Test] be quiet! Dark Base Pro 900 Schwarz 09 Dez 2016 09:26 #13

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Gab in den letzten Tagen ein paar Umbauten in dem Gehäuse. Habe die Predator ausgebaut und bin auf einen Mo-Ra umgestiegen. Durch den freigewordenen Platz habe ich das Mainboardtray auch wieder nach oben gesetzt.
Nettes Detail: aus dem Luxx Forum hat mir einer ein NT-Cover gekantet, welches ich dann mit schwarzer Folie beklebt habe.

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